Qualitätsauszeichnung Klassenfahrten – Jugendtours

Qualitäts­merk­male von Reiseveranstaltern richtig einschätzen

Schulalltag und private Dienstleister – klassenreiseQualitaet.de

Außer­schulisches Lernen und private Dienst­leister

Was wären unsere Schulen ohne private Dienst­leister? Schul­buch­verlage, Pro­du­zenten von Schreib­tafeln oder White­boards, Computer­her­steller, Anbieter von Schul­essen oder eben Schul­fahrten­veranstalter, sie alle bewerben sich um die Gunst von Schul­leiter*innen und Lehr­kräften. Ganz gleich, ob Sie diesen Pro­zess im Inneren be­grüßen, sich der Sache enthalten oder ihn gar mit Sorge sehen, das kommer­zielle Management ist aus den Klassenräumen und Lehrerzimmern, ja selbst von den Schulhöfen, nicht mehr wegzudenken.

Zugleich ge­winnt das außer­schulische Ler­nen stetig an Be­deu­tung. Freilich Klassen­fahrten waren schon immer eine andere Art und Weise „in der Schule“ zu lernen. Aber gegen­wärtig treten neben das spielerische Element der Reisen, wie es im Er­kunden neuer Re­gionen und Län­der, im An­wenden gelernter Fremd­sprachen oder einfach nur im Kennen­lernen im Klassen­verband zum Ausdruck kommt, vermehrt pädago­gische Inhalte, die zudem nach Kriterien veri­fi­zier­bar sein müssen. Und obwohl Pädagog*in­nen bereits die eigent­liche Klassenfahrt or­ga­ni­sieren und durch­führen (und die Aufsichts­pflicht inne­haben), werden jetzt zusätzlich umfang­reiche päda­gogische Vor- und Nach­bereitung gefordert.

Da die Verant­wortung den Lehrer*in­nen ob­liegt, suchen diese sich Wege, um das Arbeits­volumen über­schau­bar zu hal­ten. Sie lagern Bildungsinhalte aus und wen­den sich ver­stärkt und voll­kommen zu­recht kommer­ziel­len Anbie­tern zu. Der Markt hat im letzten Jahr­zehnt zuhauf ent­sprechende An­gebote hervor­gebracht: Programm­veran­stalter, Erlebnis­reisen-An­bieter, Reform­pädagog*in­nen, Coaches für Klassen­fahrten, um nur einige der neuen Berufs­bezeich­nungen zu nen­nen, schos­sen wie Pilze aus dem Boden. Sie alle ermög­lichen es den verant­wort­lichen Lehr­kräften, Klassenfahrten oder Wandertage zu or­ga­ni­sieren. Qualitäts­kriterien um sich in diesem Markt zurecht­zu­finden, gibt es hin­gegen wenige. Und obwohl die Schulfahrtenerlasse der Bundes­länder Klassen­fahrten als schulische Ver­anstal­tungen de­finieren, die an die Rahmen­lehrpläne der Kul­tus- und Bildungs­ministerien an­zuschließen haben, machen sie zur konkreten pädagogischen Um­setzung der schulischen Reisen sel­ten Vor­gaben.

Schulfahrten­veranstalter als Bildungs­dienst­leister

Kommer­zielle Reise­veranstal­ter kön­nen eine wesent­liche Stütze sein. So bieten sie einen Weg­weiser durch die große Zahl von Be­förderungs­an­bietern, Unter­künf­ten, Pro­gramm­ver­anstal­tern und eben auch Bildungs­dienst­leistern. Dank aus­geprägten touristischen Know-How durch­dringen sie den Markt und kön­nen An­bieter vor Ort richtig ein­schätzten (und als sehr zu begrüßenden Nebeneffekt be­sondere Kon­di­tionen aus­handeln). Das alles hilft den Entscheider*innen in den Schulen, sowohl den Zeit­faktor der Or­ga­ni­sation von Klassen­fahrten soweit wie möglich zu re­du­zieren als auch päda­go­gische Kompe­tenzen zu kana­li­sieren.

Des Weiteren unter­liegen Pauschal­reise­veranstal­ter anderen Rahmen­bedingungen als bei­spiels­weise Unter­künfte oder Transport­unter­nehmen. Während bei Letzteren zwangs­läufig nur Teil­as­pekte der Klassen­fahrt im Fokus des Gesetz­gebers stehen, be­ziehen sich die gesetz­lichen Bestim­mungen, denen Reise­veranstal­ter unter­wor­fen sind, auf das Gesamt­paket der Reise. Da Reiseveranstalter die Verantwortung für die komplette Klassenfahrt innehaben, finden Schulleiter*innen und Lehrer*innen in Reiseveranstaltern EINEN Ansprechpartner für alles. Damit garan­tiert die Bu­chung beim Reise­ver­anstal­ter quasi per Gesetz Planungs­sicherheit. Im Gegen­satz zur Direkt­buchung in der Unter­kunft oder zur Selbst­or­ga­ni­sa­tion einer Klas­sen­fahrt steht beim Reise­ver­anstal­ter die Durch­führung der Klassen­fahrt fest. Es ist daher un­verständ­lich, warum in den Schulfahrten­erlas­sen der Bundes­länder die Schul­fahrten­ver­anstal­ter keine Erwäh­nung finden. Reise­ver­anstal­ter garan­tieren zudem die konse­quente Um­setzung des Reise­rechts, was neben der In­sol­venz­ver­sicherung auch Reise- und Haft­pflicht­ver­sicherungen ein­schließt.

Qualitäts­kriterien: den passenden Reise­ver­anstal­ter finden

Wie nun finden Sie sich unter den vielen Reise­ver­anstal­tern für Klassen­fahrten zurecht? Einige Kri­terien, auf die Sie bei der Buchung und während der Findungs­pha­se achten können, haben wir an dieser Stel­le für Sie auf­ge­listet.

Internetseite

Schauen Sie sich die jeweiligen Internet­seiten genau an, und las­sen Sie sich von schönen Bil­dern nicht blenden. Wichtige Frage­stel­lungen für Sie sollten sein: Finden Sie ein ausführ­liches Impres­sum vor, dazu Telefon­nummern für Beratungs­dienst­leistungen? Verfügt das Unter­nehmen über einen Reise-TÜV oder eine ver­gleich­bare Qualitäts­zer­ti­fi­zierung? Orientieren Sie sich an der Qualitätsauszeichnung von Jugendtours oder an unserem Ratgeber „Zertifizierungen“. Listet die Web­site Kunden­bewertungen auf und werden diese trans­parent oder gar unab­hängig gesam­melt? Oftmals finden sich auch Bildersammlungen von durchgeführten Klassenfahrten, ein gutes Beispiel finden Sie unter Bildergalerie Jugendtours.

Soziale Medien

Reise­veranstal­ter und Unter­künfte verfügen oftmals über farben­prächtige Face­book-Seiten oder umfang­reiche Insta­gram-Auftrit­te. Den dort geschil­derten Ein­drücken, Be­wertungen und Kommen­taren gegenüber sollten Sie skeptisch sein! Auch der Verweis auf die jugend­liche Ziel­gruppe läuft ins Leere. Schul­fahrten sind Gruppen­reisen, die der Aufsichts­pflicht von Lehrer*innen unterliegen. Ein privates Positing von Schüler*in­nen während der Reise ist ebenso unwahr­schein­lich, wie dieses im Schul­unter­richt selten statt­findet. Die Schule als Unterrichts­raum ist eben doch keine private Umgebung, und es ist davon aus­zugehen, dass Postings zu Hinz und Kunz nicht unge­straft gemacht oder kommen­tiert werden.

Sind Postings von Schüler*in­nen bei Klassen­fahrten nicht vorstell­bar, erschei­nen diese bei Jugend­reisen durchaus im Bereich des Möglichen: Dort, wo Kinder und Jugendliche als Einzel­reisende unterwegs sind, ist ein privater Aus­tausch von Fotos bei Instagram oder einem Face­book-Eintrag deutlich wahrschein­licher.

Serviceleistungen

Welche Service­leistungen bietet der Reise­ver­anstal­ter an? Gewährt der je­weilige Veranstal­ter Inklusiv-Vor­teile (bei jeder Buchung inklu­dierte Service­leistungen) und wie sehen diese aus? Gehört bspw. die Kulanz bei Stor­nierungen dazu? Und wenn ja, welchen kon­kreten Umfang storniert der Ver­anstal­ter kostenlos? Wann muss der Reise­preis final ge­zahlt werden und ist eine Einzel­über­weisung der Eltern auf das Konto des Ver­anstal­ters möglich? Wie ver­hält es sich mit den Frei­plätzen? Oft­mals helfen Ihnen Online-Kunden­por­tale, die Klas­sen­fahrt zuhause vom Sofa aus zu planen?

Verbraucher­schutz und Daten­schutz

Eigentlich eine Selbst­ver­ständ­lich­keit. Da Schulfahrten­ver­anstal­ter alle Reise­leistungen aus einer Hand anbieten und die sorg­fäl­tige Aus­wahl der Leistungs­partner garantieren, unterliegen alle Teil­aspekte der Klassen­fahrt (Be­för­derung, Unter­bringung, Programm, Bil­dungs­dienst­leistungen) der Qualitätskontrolle des Veranstalters. Reise­ver­anstal­ter stehen vom Moment der Abreise bis zur Rück­ankunft in der Schule voll­um­fänglich in der Ver­ant­wortung für die Klassenfahrt: ein wirklicher Mehrwert für die ver­ant­wortliche Lehr­kraft. Achten Sie daher als K.-o.-Kriterium bei der Buchung von Klassen­fahrten darauf, ob der Vertrag nur einen Ansprech­partner für alle Belange der Klassen­fahrt ent­hält und ob der Reise­ver­anstal­ter alle Reise­leitungen aus einer Hand „veranstaltet“.

Krisenmanagement

Alle großen Ver­anstal­ter haben detail­lierte Notfall­pläne mit konkreten Zu­ständig­keiten und Handlungs­anweisungen. Achten Sie darauf, ob der Ver­anstal­ter Ihrer Wahl eine 24h-Hotline oder ein Not­ruf­telefon an­bietet, damit Sie sich im Bedarfs­fall und vor allem während der Reise rund um die Uhr mit Ihrem jeweiligen Ansprech­part­ner in Verbindung set­zen können.